Ingo Müller

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Furchtbare Juristen
Die unbewältigte Vergangenheit unserer Justiz

Sachbuch, 1987


Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.09.2014
Wer etwas von der Rechtspflege im "Dritten Reich" und deren Nachwirkungen in der Bundesrepublik wissen will, kommt an dieser  sichtlich ergänzten Neuauflage von Ingo Müllers Standardwerk zur Rechtsgeschichte Nazi-Deutschlands nicht vorbei, schreibt Micha Brumlik. Insbesondere auch vor den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Kapitulation Deutschlands, wenn das Gedenken endgültig zu einer Sache des obligatorischen Rituals geworden sein wird, lohnt sich die Lektüre, um sich über das alltägliche Wesen und die Strukturen des "Dritten Reiches" und seiner Verbrechen zu informieren, legt der Kritiker dar. Dies schon auch, weil Müllers Studie "anschaulich zu lesen" ist und durch eine "überaus klare Darstellung" der seinerzeit herrschenden Rechtsnormen und -verfahren besticht. Man erfährt darin, führt der Kritiker weiter aus, viel über die strukturellen Gründe dafür, warum sich ein ganzer Berufsstand auf Seite der Staatsgewalt gegen das Recht positionierte, und dass es später der west-alliierten Interessenspolitik entgegen kam, zur Stabilisierung Deutschlands gerade jenes juristische Personal wieder zu installieren, das sich zuvor willentlich über demokratische Grundsätze hinweggesetzt hatte. Dass diese Studie auch Laien die komplizierten rechtswissenschaftlichen Sachverhalte zu vermitteln im Stande ist, rechnet der Rezensent dem Autor abschließend hoch an.
Kolloquium zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Ingo Müller
wikipedia-Furchtbare Juristen
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Furchtbare Juristen-Zeit-Online
Der Blog der Republik-Furchtbare Juristen Zu diesem Beitrag erreichte den Autor über die Redaktion ein Schreiben der Tochter von Hans Filbinger, Susanna Filbinger-Riggert. Den man hier lesen kann!



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