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WER SICH DES VERGANGENEN NICHT ERINNERT, IST DAZU VERURTEILT, ES NOCH EINMAL ZU ERLEBEN . . .
Bild "adgieimage-2.jpg"Aus dem Gedächtnis in die Erinnerung - Die Opfer des Nationalsozialismus im Oberen Drautal
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  AUCH FÜR DAS SCHWEIGEN ÜBERNIMMT MAN DIE VERANTWORTUNG

   Karl Ude - Topographie des Verdrängens. Schreiben unterm Hakenkreuz.
                         Oder die gespaltene Erinnerung des Karl Ude.


Die insgesamt sehr spärliche Berichterstattung zum Themenfeld "NS-Journalisten" entsprach dem damaligen Paradigma des Verschweigens und Verdrängens! Eine individuelle oder kollektive Strategie des Verharmlosen, Verschweigen scheint in diesem Zusammenhang zutreffend und entspricht dem Verdrängen als das vorherrschende Paradigma und setzt sich in sehr vielen Fällen kontinuierlich und ohne "Bruch" bis heute (!) fort. Die "weißen Flecken" in den Biographien begegnet man häufig in der Zeit zwischen 1933 und 1945 und haben damals wie heute Hochkonjunktur. Nicht ohne Grund wurde der Landeshauptstadt München, in den 30er Jahren der "ehrenvolle" Titel: "Hauptstadt der Bewegung" und "Hauptstadt der Deutschen Kunst" verliehen. Aber wer waren diese Journalisten, Schriftsteller, Autoren und Dichter die für die "ehrenvolle Hauptstadt der Bewegung" tätig waren?

Christian Ude, Alt-Oberbürgermeister von München, behauptet wahrheitswidrig über seinen Vater den Journalisten und Schriftsteller Karl Ude: „Er sei ein mustergültig demokratischer, ansonsten aber unpolitischer Mensch gewesen und habe im "Dritten Reich" still  abgewartet, bis das Übel vorüber war. Zwar habe er sein Leben lang großes Interesse am Zeitgeschehen gezeigt, jedoch grundsätzlich keine Stellung bezogen. Dazu sei er viel zu diplomatisch gewesen. Außerdem sei er in der Rolle des Künstlers aufgegangen. ("Aus: "Traudl Junges Buch, Bis zur letzten Stunde, – eine von vielen Sekretärinnen Hitlers, – hier wird Christian Ude zitiert). Es ist auch kein Zufall das sich Traudl Junge, zu Karl Ude in die Bauerstraße 9 begeben hat!
Zahlreiche Fakten belegen: Karl Kurt Friedrich Ude war vor und nach 1933 ein sehr politischer Mensch und bis zum bitteren Ende eine wichtige Stütze des NS-Regimes gewesen. Goebbels erstellte die "Zunft" der Kriegshandwerker, eine Kriegsmaschinerie der Feder und Tinte. Ein williger Propagandist und Schreibtischtäter,  Udes Texte enthalten überwiegend antisemitische, rassistische und völkische Themen, die dem ns Staat förderlich waren. Seine Aufsätze dienten nach 1939 dem Zweck, den NS zu stärken und nach 1939 dazu, propagandistisch die Kampfstimmung für den Krieg in der Bevölkerung zu verbessern, wie sehr viele seiner "Kriegshandwerker" der schreibenden Zunft auch!
In seinen Kreisen wurde er auch der "Blutige" bezeichnet, u. a. wegen seinem Blut-und-Boden-Stil. Karl Ude war der Rezensent und "Prinzipal" der Nazi-Verlage im "Dritten Reich", seine Verehrung für das NS-Regime kannte keine Grenzen, für Ude war Hitler ein "Künstler und Baumeister, ein Baumeister Deutschlands, Europas und der Welt, Hitler war ein Führer-Genie."
In der Zeit zwischen 1930 und 1945 war er ein treuer Anhänger der "Braunen Horden" und Chronist der  "Hauptstadt der Bewegung". Für ihn war der „Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches" Hermann Göring ein Tatmensch, den er sehr gerne auch zitierte.

http://www.br.de/radio/bayern2/bayern/bayernchronik/karl-ude-in-nazisystem-verstrickt-100.html

Was "SIPPENHAFT" nicht ist:

"Was kann der Sohn für seinen Vater?" Nichts, ein Sohn oder die Tochter kann nie etwas für seinen oder ihren Vater, aber der Vater für seinen Sohn. Deshalb würde ich ganz bescheiden sagen: "Der Sohn hat behauptet, sein Vater habe eine weiße Weste. Warum sagt er das? Er muss es doch nicht sagen. Er kann darüber schweigen. Da habe ich nichts dagegen. Aber er behauptet, sein Vater habe eine weiße Weste. Und da nehme ich mir die Freiheit und sage, das ist die Unwahrheit." Und aus diesem Grund hat das mit Sippenhaft nichts zu tun, aber viel mit Wahrheit und Ehrlichkeit!

Ein NS-Dokumentationszentrum für München
Ein Symposium in zwei Teilen vom 5. bis 7.12.2002 und vom 16. bis 17.1.2003 – Tagungsband.

Der Alt-OB Christian Ude am 6. Dezember 2002, 9.00 - 9.30 Uhr, hier Auszüge aus seiner Ansprache: "[...] Hier haben wir heute ein Flugblatt, bei dem man nicht sofort weiß, wer dahinter steckt. Sie sollen es wissen. Es sind winzige Gruppen, die der Verfassungsschutz rechts von der NPD ansiedelt. Ich kann dazu nur sagen: Wenn man sich als Deutscher gegenwärtig und aktuell wegen etwas schämen muss, dann wegen solcher Umtriebe, Agitationen und Zynismen. Die deutsche Gesellschaft ist sich Gott sei Dank in überwältigender Mehrheit einig, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit die Voraussetzung für eine bessere, für eine demokratische und humane Zukunft ist.

Und weil sich Tote nicht wehren können – sonst täte ich dem Flugblatt die Ehre nicht an –, möchte ich schon sagen dürfen, dass mein Vater in den zwanziger Jahren von Eugen Roth in die Lokalredaktion der „Münchener Neuesten Nachrichten“ berufen wurde und dort über Kulturereignisse in München geschrieben hat, wie er es nach dem Krieg dann noch einmal jahrzehntelang tun konnte. Dass er kein Regimegegner und -kritiker war und deswegen auch kein Schreibverbot bekam, ist richtig und von ihm immer eingestanden worden. Aber einen Gefreiten jetzt plötzlich zum nationalsozialistischen Propagandisten zu erklären, ist infam. Gäbe es eine Vergangenheit, die aufgearbeitet werden müsste, wäre ich der erste, der es täte. Aber einen Toten in dieser Form zu instrumentalisieren, nur weil sein Sohn sozialdemokratischer Oberbürgermeister dieser Stadt geworden ist, das halte ich für infam. Das war jetzt zuviel der Ehre für die Verfasser des Flugblattes."
Aus: Ein Symposium in zwei Teilen (5. bis 7.12.2002, 16. bis 17.1.2003) Tagungsband. Herausgeber: Kulturreferat der Landeshauptstadt München und die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.

"Das verlorene Gewissen" von 1958 der Autor des Buches, Kurt Ziesel auf dessen Grundlage die Auseinandersetzung mit NS-Journalisten beruhen und namentlich genannt werden, wurde in der Öffentlichkeit, in Zeitungen, Zeitschriften, Magazine und gerade auch in der Familie Ude  sehr wohl thematisiert und stehen im krassen Gegensatz zu den Aussagen des Alt-OB Christian Ude. Briefwechsel zwischen Kurt Ziesel und Karl Ude belegen das!

Bücher und Diplomarbeiten zu Karl Ude seit 1958 die seine NS-Vergangenheit thematisieren:

1. Kurt Ziesel, Das Verlorene Gewissen- hinter den Kulissen der Presse der Literatur und ihrer Machtträger von
    heute. Lehmans Verlag, 1958.
2. Anpassung und Veränderung einer Bürgerlichen Zeitung im Dritten Reich. Um die Berufswege ihrer Journalisten am
    Beispiel der Münchner Neuesten Nachrichten.
    Diplomarbeit an der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität München, 22.3. 1989, von Peter Hartl !
3. Schreiben nach jeder Richtung: Goebbels-Propagandisten in der westdeutschen Nachkriegspresse.
    Peter Köpf, 1995.
4. Lutz Hachmeister; Friedmann Siering: Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945.  
    C.H. Beck, Verlag 2002.


Gesucht wird immer noch das dazugehörige Flugblatt vom 5. bis 7.12.2002!







15.03.2016, 14:24:50